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Ein Wintermärchen das wahr wurde

von Felicia Ruhland

Die Geschichte von Angelina

Es war einmal ein kleines, weißes Spitzmädchen mit dem Namen Angelina. Trotz ihres vertrauensvollen Blickes aus schwarzen, traurigen Hundeaugen musste sie fünf Jahre an einem Tischbein angebunden ausharren, bis ihr Besitzer endlich wegen Tierquälerei angezeigt wurde.
Er wollte nicht, dass Angelina sich in der Wohnung bewegen konnte, denn angeblich war sie ja nicht stubenrein. Was auch nicht verwunderlich war, denn die Hündin wusste gar nicht, was das Wort "Gassi gehen" bedeutet. Der Mann dachte, er könnte Angelina an eine Katzentoilette gewöhnen ...

Durch den Bewegungsmangel hatte die kleine Hündin körperliche Schäden davongetragen und panische Angst vor Gras entwickelt. Endlich wurde sie aus ihrem Gefängnis befreit und kam auf den Gnadenhof nach Illingen. Mit unendlicher Liebe und Geduld trainierten wir mit Angelina das Leben in der großen, bunten und weiten Welt. Schritt für Schritt erholte sich das kleine Hundemädchen. Jeden Tag konnten wir sehen, wie sie sich veränderte. Am Anfang kaum fähig, zehn Schritte zu gehen, raste sie bald über die Wiesen, als gelte es, die verlorene Zeit wieder einzuholen. Auch die Sache mit dem "Geschäftle" erledigte sich bald. Bei den anderen Hunden schaute sie sich ab, wie man draußen "Gassi geht". Mit einem weinenden und einem lachenden Auge beobachteten wir Angelina, wohl wissend, dass die Zeit des Abeschiednehmens begonnen hatte. Nun galt es, ein liebevolles neues Zuhause für sie zu finden.

Und wirklich! Heute lebt Angelina glücklich und zufrieden in einem neuen Heim, hat ein Frauchen, das ausgedehnte Spaziergänge mit ihr unternimmt und ihr all die Liebe schenkt, die die kleine Hündin fünf lange und schmerzliche Jahre vermissen musste. Angelina dankt es ihr mit unendlicher Liebe und Treue, wie sie wohl nur Hunde zu schenken vermögen.








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